Ein Mensch aus Meiningen OT Ritschenhausen, (Thüringen)

Juliane Weyher
Schülerin


Mein Sinn des Lebens:


Mein Leben verlief bis jetzt, also ungefähr 17 Jahre lang,
eigentlich so, dass ich noch nie aufgewacht bin und mir sagen
musste - wieder ein Leben auf unnützeste Weise vergeudet...
also doch schon relativ erfolgreich. Mein bisheriger Sinn des
Lebens scheint folglich, falls man ihn als „etwas erlebt haben"
definiert, erfüllt zu sein.



Ich habe immer irgendwie etwas getan, mir immer
irgendwelche Probleme gesucht, in die ich mich mit Erfolg
hereinmanövrieren konnte und mit ebenso unermüdlichem
Misserfolg nicht mehr herausgerettet habe. In dem Falle ein
ewiges Dankeschön an meine Familie und alle mich
ertragen müssenden Freunde.

Aber ich glaube, sagen zu können, ja, mein Dasein hat den
Sinn des immerwährenden Tuns mit wenig Aufwand für
das möglichst beste Resultat allen möglichen Leuten
irgendwie zu helfen und insgesamt doch schon einiges
Gutes zu tun. Liebe ist dabei ziemlich wichtig.

Und intensiv leben, denken, planen, immer zwischen
Zukunft und Vergangenheit pendeln, zurückblicken ohne den
Sinn für die Realität zu verlieren.

Ich kann mich natürlich, wie schon so viele vor mir, nicht
der Vorstellung erwehren irgendwann einmal berühmt zu
sein und einen relativ großen Teil zum geschichtlichen
Geschehen beigetragen zu haben. Ja, diesem ewigen
Laster der Menschheit hänge ich mit relativ wenig
Aufstiegschancen an.




Denn was nützt uns das Leben und Sterben, wenn wir
der Evolution im Leben nützen und dann ohne Ziel vor
uns hinsterben, nein so kann das nicht sein, das Leben,
die Evolution hätte keinen Sinn. Man kann sich nicht ohne
Ziel so vor sich hinentwickeln. Nach dem Tod kommt
etwas Höheres.

Aber ich schreibe ja vom Leben.

Ein nicht minder bekannter Philosoph, dessen Name mir
spontan entfallen ist, sagte, dass der Sinn des Lebens
der sei, den man ihm zu geben gedenkt.


Wobei wir ganz zufällig wieder beim Leben und dessen
Inhalt sind. In einer meiner früher des Öfteren
vorkommenden „Depriphasen" fasste ich den
Entschluss , der Sinn des Lebens läge im Sterben.
Daraufhin war ich ganz traurig und beschloss, nie
wieder zu lachen.

Ich glaube ihm und ergänze:

Der Sinn des Lebens besteht darin, den Sinn des Lebens zu
finden. Denn dies allein ist das, was jeder für sich entdecken
darf und was uns als treibende Idee einer Gesellschaft, die
Zeit hat nachzudenken, am Leben erhält.



Am liebsten würde ich dann etwas sein, dass alle meine
Interessen einschliesst. Also eine Tätigkeit, die
Archäologie, Vulkanologie, Zeichnen, Schreiben,
Gestalten, Schauspielerei, Musik, Astronomie, Beobachten
von Dingen und überhaupt alles weitere einschließt. Wird
kaum möglich sein, aber irgendwie hoffe ich - man hofft,
solange man lebt .



Das Ganze verlor nach zwei Tagen seinen Reiz und
wenn ich mich dennoch nicht von dieser Vorstellung
lösen kann , so dachten sich meine nicht allzu weit
entwickelten Gedankengänge, verbinde ich das Ganze
doch gleich mit einem Gottesbeweis.



Man steht dabei im Kontrast zwischen klein und demütig ein
unbedeutendes Wesen in der Geschichte unseres
Universums zu sein oder gemäss der aufklärerischen
Dichtung ein großes, denkendes selbstbewusstes Wesen
in der Komplexität der Evolution darzustellen.


Ich weiß noch nicht, was ich bin, aber ich werde spätestens
im Sterben entdecken, was der Sinn meines Lebens,
MEINES Daseins war.


Ich hoffe, Gott verzeiht mir dann großmütigst meine Fehler
und lässt mich mein nächstes Leben besser leben.



So , nun nähere ich mich dem Ende dieses Schriftstücks.
DANKE wird sich der werte Leser wohl denken.

Und auch wenn der obrige Inhalt bzw. die äussere Form sich
überhaupt nicht nach mir anhören mögen , so sei hier zum Trotze
aller vermerkt :

Alles wurde von mir allein ersonnen und gleichmässig verteilt zu
Papier gebracht.

Wirklich .

Ich habe nur ungefähr 57 Leute zu diesem Thema befragt .
Ungefähr .

Juliane Weyher (JuleW)