W OLFGANG HANKO
zum SiNNN des Lebens
SINN DES LEBENS

W. Hanko z.Zt. RR
11. August 2017
1. Versuch einer Antwort


Der Sinn meines Lebens war/ist abhängig von mindestens vier Faktoren:

1. Raum
2. Zeit
3. Befinden (körperlich, seelisch, geistig)
4. Mitmenschen

Das möchte ich an einzelnen Phasen meines Lebens erläutern:

Als Grundschüler in Hamburg Ende der Vierziger/Anfang der Fünfziger wurde ich
von Mitschülern wegen meiner Herkunft/meines Nachnamens „gemobbt" - wie
man es heute nennt, also gehänselt & zeitweilig verfolgt & geschlagen. Damals als
nicht/oder gerade mal Jugendlicher hatte ich noch kein Bewusstsein vom Sinn des
Lebens - ich hoffte einfach darauf, dass bessere Zeiten kämen.

Ende der Fünfziger/Anfang der Sechziger befand ich mich immer noch in
Hamburg in einer ungeliebten Kaufmannslehre. In einer vorgezogenen
Kaufmannsgehilfenprüfung war ich durchgefallen. Danach bestand der Sinn des
Lebens für mich darin, es anderen Menschen zu zeigen, dass ich doch etwas
leisten könne. Die zweite Prüfung bestand ich mit Bravour, um wenig später dem
Kaufmannsberuf, ein für alle mal, den Rücken zu kehren & nach Australien
auszuwandern.

In Australien bestritt ich meinen Lebensunterhalt als Wanderarbeiter (Weinleser,
Apfelpflücker, ungelernter Arbeiter - in der Fabrik - beim Bau eines Staudamms).
Damals sah ich den Sinn meines Lebens darin, dieses ständige Wandern um den
Kontinent zwei Jahre duchzuhalten, um danach nach Deutschland zurückzukehren
und mein Abitur nachzuholen.

Die zweite Hälfte der Sechziger/die erste Hälfte der Siebziger Jahre in Berlin bzw.
Heidelberg war ich Student. An der Freien Universität in Westberlin geriet ich als
Soziologiestudent in den Strudel der Studentenbewegung (68er). Allerdings sah
ich den Sinn meines Lebens nicht darin, Teil dieser Bewegung zu werden. Im
Gegenteil: ich fühlt mich davon abgestossen & beendete das Soziologiestudium
nach zehn Semestern ohne Abschluss & ging an die Universität in Heidelberg.
Dort fing ich ein Studium zum Übersetzer für Englisch & Spanisch an. Jetzt hatte
mein Leben wieder Sinn & ein Ziel: das Übersetzerdiplom. Diesmal hielt ich durch
und schaffte das Ziel.

Ende der Siebziger bis 2003 übte ich meinen Beruf als Übersetzer im
Bundessprachenamt in Hürth (Kölner Bucht) aus. In diesen über 25 Jahren meiner
Berufsausübung - worin ich keine Sinnerfüllung sah, weil mir die militärischen
Texte nicht lagen - bestand meine Lebenssinnsuche darin, möglichst konfliktfrei
mit Vorgesetzten durchzukommen. Was mir nicht immer gelang. Ich nahm
physisch & psychisch Schaden, wurde zeitweilig von Tabletten abhängig. Litt an
Depressionen, hatte Momente, in denen ich keinen Sinn mehr im Leben sah.
Immerhin überwand ich diese Selbstmordphasen, wohl auch in der Hoffnung, ich
werde einen angenehmen Ruhestand erleben.

Nunmehr genieße ich seit über 14 Jahren das Leben ohne berufliche Zwänge.
Jetzt besteht der Sinn meines Lebens darin, viel zu reisen.




SINN DES LEBENS

Wolfgang Hanko
zur Zeit in der Rhön-Residenz
11. August 2017
2. Versuch einer Antwort

In einem ersten Text über den Sinn des Lebens habe ich eine sehr
individualistische Antwort auf die in dem Begriff enthaltene Frage gegeben. Ich
habe dargestellt, wie sich für mich in einzelnen Phasen meines Lebens die
Sinnfrage ergeben hat.

Ich bin mir durchaus bewusst, dass die Frage nach dem Sinn des Lebens nicht nur
auf ein Individuum bezogen werden kann, sondern sich auch im Hinblick auf ein
Kollektiv (Familie, Gruppe, Volk, Völker, die Menschheit) stellen lässt:

Philosophen & Wissenschaftler der unterschiedlichsten Fachrichtungen
untersuchen mit Sicherheit den Sinn des Lebens unter diesem Aspekt. Ob sich
allerdings das Individuum die Erkenntnisse solcher „Weisen" - wenn es sie denn
kennt - zu eigen macht, bleibt eine offene Frage. Vermutlich lässt sich der/die
Einzelne primär von seinen/ihren eigenen Bedürfnissen im eigenen Denken und
Handeln leiten.